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Hochflugtaubenzüchter aus Leidenschaft seit der Mitte des letzten Jahrhunderts!

Wiener Hochflieger

Herkunft: Oesterreich und Ungarn, wobei verschiedene Tümmler Paten gestanden haben. Einstige Hochburgen der Wiener waren Wien und Berlin.
Aussehen: Zierliche, lebhafte Taube mit aufrechter Haltung. Bevorzugt in der Farbe Hellstorch (weisser Grund mit schwarzer Schwanzbinde und schwarz auslaufenden Schwingen sowie schwarze Federchen im Kopf- und Halsgefieder) gezüchtet. Daneben gibt es auch Schimmel so wie vereinzelt auch Einfarbige in Schwarz,Rot, Gelb und Blau. Wiener sind glattfüssig wie auch bestrümpft jedoch immer ohne Kopfzierde. Sein Ausstellungs-Vetter ist der stark verbreitete Wiener-Tümmler.
Eigenschaften: In zackigen, engen Wendungen gehen die "Himmelsstürmer" der Sonne entgegen. Dabei bleiben sie immer in sehr enger For mation und jedes Tier führt die gleichen Kehren aus wie die anderen. Es ist ein rassiger, fesselnder Flug. Flüge um die 2-Stunden-Grenze genügen für Wiener-Hochflieger vollauf. Er soll ja nicht ein Dauerflieger, sondern ein rassiger Hochfliegersein, den wir tagtäglich starten können. Er fliegt gerne in grösseren Stichen und ein Trupp sollte die Anzahl von 10 Tauben nicht unterschreiten. Vorsicht ist geboten, wenn wir Tiere in Hochform bringen wollen! Leicht kann ein Stich auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Auch im Schlag eine temperamentvolle, aber zuverlässige Taube.

Ungarische Hochflieger

Herkunft: Ungarn, insbesondere um Budapest; alte Hochflugrasse, sehr nahe mit dem Wiener- und Budapester-Hochflieger verwandt. Nach Schütte auch Budapester dunkelgestorchter Hochflieger genannt.
Aussehen: Schlanke, mittelgrosse, temperamentvolle Taube mit aufrechter Haltung. Dunkelgestorcht spricht die Farbe/Zeichnung an. Darunter versteht man eine Taube, die in der Kopf-/Halspartie meist dunkelblau bis fast schwarz ist, begleitet von intensivem violett-grünen Glanz. Diese dunkle Phase erstreckt sich über den Rücken bis zum Schwanz. Die Flügelschilder sind meist in einem „wolkigen“ blau-Grau und in der Regel mit zwei dunklen Binden geschmückt. Die Brust und der Bauch sind am hellsten. Soweit bekannt, kommt diese Rasse meist glattfüssig vor.
Eigenschaften: Wie der Wiener – ist bei dieser nahen Verwandschaft auch nicht verwunderlich – eine exzellente Hochflugtaubenrasse. Gemäss ersten Erfahurungswerten von Züchtern dieser Rasse, nicht ganz leicht einzugewöhnen, da bereits piepjunge Tiere über ein erstaunliches Flugvermögen verfügen. Hoffen wir, dass sich der Anhängerkreis dieser interessanten Rasse in Westeuropa noch merklich erhöht, damit wir mehr Informationen über die Flugeigenschaften erhalten. Soweit bekannt eine angenehme, zuverlässige Taube mit einer guten Reproduktionsrate.

Bakina

Herkunft: Bakina-Purzler kommen aus der Region um Baku im Kaukasus (Aserbeidschan). Sie kamen durch Russlanddeutsche nach Deutschland und von da Anfang dieses Jahrhunderts in die Schweiz,.
Aussehen: Bakina sind mittelgrosse Tauben. Sie kommen glattköpfig oder mit Rundhaube vor. Auch Spitzkappige sind anzutreffen. Bakina sind immer glattfüssig. Bakina existieren in vielen Farbenschlägen. Besonders attraktiv sind Farbschwänze mit oder ohne Nackenfleck.
Eigenschaften: Bakina sind fleissige Purzler, die für diese Rassengruppe sehr ausdauernd fliegen. Flugzeiten von einer bis drei Stunden sind nichts Ungewöhnliches. Die Überschläge erfolgen auf gleicher Höhe, wobei häufig mehrere Überschläge aufeinander folgen. Bakina werden in kleineren Stichen geflogen. Dabei fliegen sie im lockeren Trupp zusammen. Bakina-Purzler sind eifrige Eltern und sorgen für reichlich Nachwuchs. Sowohl die Haltung als auch das Training sind problemlos, womit sie auch für das FK-Fliegen geeignet sind.

Siebenbürger Purzler

Herkunft: Siebenbürgen (Rumänien)
Aussehen: Gedrungene, waagrecht und nicht zu hoch stehende Taube mit eher kleinem Kopf. Dieser wird durch eine Schnabelnelke und einer Rundhaube verziert und verleiht dieser Rasse ein apartes Aussehen. Die Siebenbürger gehören zu den wenigen Rassen, mit welchen sowohl Flugsport wie auch Schönheitskonkurrenzen bestritten werden können. Anerkannt sind sie in einfarbig weiss, schwarz, dun, rot und gelb und gescheckt in schwarz, dun, rot und gelb.
Eigenschaften: Die Siebenbürger gehören zu den Purzeltauben und überschlagen sich oft einmal rückwärts. Es gibt auch Tiere, die sich gerne öfter überschlagen, d.h. einen drei- oder vierfach Überschlag vorzeigen. Dies ist nicht sehr wünschenswert, da wir ja bei dieser Rasse einen Purzler vor uns haben und nicht einen Roller daraus machen wollen. Pro Überschlag erhält das einzelne Tier einen Punkt. Die Flugzeit variert recht stark, beträgt im Mittel 20 - 30 Minuten, kann aber gerade bei sommerlichen Temperaturen nur wenige Minuten betragen. Gerade dadurch ist aber diese Rasse besonders für Leute geeignet, die zwar ein flugakrobatisches Feuerwerk sehen möchten, aber nicht Zeit haben stundenlang in den Himmel zu starren. Siebenbürger werden sowohl ab Heimatschlag wie auch ab Flugkasten erfolgreich geflogen. Lebhafte Taube, die aber auch zutraulich wird, wenn man sich regelmässig mit ihr abgibt.

Klatschtümmler

Herkunft: Ursprünglich aus der Schwarzmeerregion. Sind auch in der Türkei und in weiten Teilen der ehemaligen UdSSR stark verbreitet.
Aussehen: Es ist gibt sehr viele Familien/Gruppierungen unter den Klatschtümmlern (Asiatische, Usbekische, Takla, Mardin etc.) und dementsprechend breit ist die Palette an Farben, Zeichnungen, Formen und Strukturen. Klatschtümmler sind meistens gedrungen im Typ, in der Regel sind ihre Füsse bestrümpft bis belatscht und einige von ihnen tragen eine Schnabelnelke oder Haube. Manche sogar beides (Doppelkuppige).
Eigenschaften: Wie der Name sagt, klatschen diese Tauben im Flug laut mit ihren Flügel. Dazwischen überschlagen sie sich blitzschnell nach rückwärts und verlieren dabei nicht an Höhe, sondern steigen dabei höher. So unterschiedlich die verschiedenen Stämme im Aussehen sind, so unterschiedlich werden die Tauben in den Flugeigenschaften gefördert. Fliegen einzelne Teams in Kreisen und vollführen die Figuren wie oben beschrieben, steigen andere vom Boden weg im Wechselspiel von Klatschen und Überschlagen gerade auf. Dieses sogenannte "Kerzen ziehen" oder "Pfahlbauen" wird mit unterschiedlichen Traningsmethoden wie Soloflug oder der Zuhilfenahme von Locktauben (Dropper) zusätzlich gefördert. Eine Rassengruppe die immer neue Juwelen zu uns nach Westeuropa bringt. Soweit bekannt, sorgen auch die kurzschnäbligen Vertreter unter diesen Rassen für genügend Nachzucht.

Altösterreichischer Tümmler

Herkunft: Alte Tümmlerrasse aus Österreich-Ungarn
Aussehen: Knapp mittelgrosse Taube mit gut gerundeter Brust und leicht abfallender Haltung. Abgerundeter Kopf. Kiebitzzeichnung vorwiegend in blau mit Binden und schwarz seltener in rot oder gelb.
Eigenschaften: Diese Rasse kam erst in jüngerer Zeit in die Hände von schweizerischen Flugtaubenzüchter. Die Rasse wurde von den Hochflugleistungen des Wiener-Hochfliegers fast „erdrückt“ bzw. vergessen. Beide Rassen stehen sich sehr nahe und auch der Altösterreichsische Tümmler liebt grössere Flugverbände. Sein Flugstil ist dem des Wiener-Hochfliegers sehr ähnlich, wobei festgestellt wurde, dass e ruhiger ist. Der Drang für ganz obenaus zu fliegen scheint ebenfalls weniger ausgeprägt zu sein. Angenehmes Wesen, bietet keine Probleme in Schlag und Zucht.

Ein Besuch im Elsass

IMG_1739Ende April 2013 war es endlich soweit. Hans, Heinz, Anita und ich sind ins Elsass gefahren, um unseren langjährigen Freund Roby Lung zu besuchen. Roby hat ein idyllisch gelegenes Häuschen mit Innenhof. Richtig schön. Alte Gemäuer, Giebel und natürlich Taubenschläge.

Roby züchtet Wiener Hochflieger und Rumänische Ciung. Beide Rassen flog er uns am Sonntag vor. Die Ciung gingen toll hoch obwohl sie noch jung waren, … bis halt der Wanderfalke reinging und eine mitnahm. Bei den Wienern am Nachmittag dasselbe. Hoch – Falke – Flug vorbei. Sehr schade, denn da waren echt rassige Wiener am Start.

IMG_1797Etwas weiter fuhren wir zu Jean-Claude. Dort waren auch noch Hubert, Guy Paulen und Bruno Knaub versammelt. Jean-Claude startete nach einem sehr guten Essen seine Wuta. Echt mieses Flugwetter mit Wind. Die Wutas stiegen und liessen sich sehr gut Droppen, auch wenn etwas flach, aber durchgezogen. Es ging nach langem Begutachten der Schläge weiter zu Guy. Sehr intressant die Arader Tümmler in herrlichen Farben. Guy versucht die Französischen Hochflieger wieder auf Flug zu trimmen. Viel Glück. Mit Bruno gingen wir ins Fort Kleber, wo er die Anlage betreut. Was ganz besonderes und sicher einen Ausflug wert. Ein Streichelzoo mit historischem Hintergrund.

IMG_1893Am Abend gabs Flammkuchen… und zwar nicht so Supermarkt-Flammkuchen wie bei uns… nein, nein, echter, elsässischer Flammkuchen in einem tollen kleinen Restaurant mit sehr viel Ambience.
Als Abschluss die Anfangs erwähnten Flüge bei Roby, ein Haxen Mittagessen mit so viel leckerem Kuchen, dass selbst ich nicht mehr essen konnte. Kugelrund sind wir am Sonntag Nachmittag nach Hause gefahren.
Und wie immer… Heinz hat noch Tauben mitgenommen:-))
Roby, herzlichen Dank fürs organisieren, es war sehr schön und gemütlich bei euch. Vielen Dank allen Freunden für die Zeit, die wir mit euch verbringen durften.

Franco Visonà, Mai 2013

Hier einige Impressionen zu unserem Besuch im Elsass